Laurent beim Sommerlochfestival in Braunschweig
28.07.01
© 2001 www.laurent-daniels.de

Manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder: Bereits kurz nach dem CSD in Ravensburg wurde bekannt, dass Laurent vier Wochen später auf dem Braunschweiger CSD (dem sog. Sommerlochfestival) "No Limitation To Love" präsentieren würde. Braunschweig liegt an einem Fleckchen Erde, um das Laurent bei seinen bisherigen Auftritten meist einen großen Bogen gemacht hatte - nämlich fast bei mir um die Ecke. Über ähnliche räumliche Nähe konnte sich auch Kari freuen, Ex-"Vizepräsidentin" des LD-Fanclubs, mit der mich einst in der Gründungsphase des Clubs eine recht nette Zusammenarbeit verbunden hatte. Keine Frage, dass wir uns dort verabredeten. In Gedenken an alte Zeiten hatte sich Kari gleich bereit erklärt, für die Homepage als Mitfotografin tätig zu werden (deshalb ist die Ausbeute auch so groß). Als Dritte im Bunde wollte Anke einen Zwischenstopp in Braunschweig einlegen, um anschließend mit Rainy im Gepäck gen Süden weiterzureisen. Es versprach also, ein heißes Wochenende zu werden, und das wurde es auch - im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Thermometer kletterte bis auf 34 °C im Schatten.

Das schwul-lesbische Sommerlochfestival war eher ein Sommerlöchlein, wie Laurent es später bezeichnete, also klein und überschaubar. Die Stimmung sowohl an der Bühne als auch auf dem Platz insgesamt entwickelte sich sehr langsam, aber das mag auch rein persönliches Empfinden gewesen sein. Außerdem war es auf dem Platz an der Martinikirche um die Mittagszeit und am frühen Nachmittag dermaßen heiß, dass Kari und ich es nicht durchgehend dort aushielten, sondern uns zwischendurch etwas abseits ein schattiges Plätzchen unter einem Baum suchten. Aber das dürfte Euch wohl eher weniger interessieren*g*. Als wir zurückkehrten, war es um die Bühne herum deutlich voller geworden. Passend zum Auftritt des Berliner Duos "Pink Project" mit der diesjährigen CSD-Hymne "City of the Rainbow" stieß nun auch Anke aus Berlin zu uns. Bis zu Laurents Auftritt dauerte es noch eine ganze Weile, aber einen regenbogenfahnenschwenkenden "Doppelgänger" bekamen wir vorher schon zu Gesicht, der - zumindest auf den ersten Blick von Weitem - durch die gleiche Haarfarbe, Frisur und Sonnenbrille eine recht große Ähnlichkeit mit Laurent aufwies.

Aber es geht natürlich nichts über Originale, und dieses war schließlich mit leichter Verspätung etwa um 19:00 Uhr an der Reihe. Nachdem es der vor Laurent auftretenden Braunschweigerin Vanessa Maurischat mit ihren jenseits des Mainstreams angesiedelten Popsongs nicht recht gelungen war, das heimische Publikum zu begeistern, stellte sich die bange Frage, wie wohl Laurent mit seiner Musik aufgenommen würde. Diese Sorge war jedoch völlig unbegründet, denn die Show, die Laurent mit seinen TänzerInnen Cleo, Renato, Richy und Steffi auf die Bühne brachte, hielt das, was die bisher gesehenen Ausschnitte und Fotos bereits versprochen hatten. Musik, Text, Choreographie und die Kostüme bildeten eine wirklich perfekt aufeinander abgestimmte Einheit, so dass diese beeindruckende Performance beim Publikum auch entsprechend großen Anklang fand.

Die AkteurInnen
Renato und Cleo
Richy und Steffi
Laurent natürlich
Und Hinrich (r.) sah während des Auftritts hin und wieder nach dem Rechten

Vom Tanzen etwas außer Atem begrüßte Laurent anschließend in bester Laune das Braunschweiger Publikum. Drei Songs hatte er uns mitgebracht. Den frischesten davon hatten wir gerade gehört: "No limitation to love - ein gutes Motto, nicht nur für CSDs oder sonstige Schwulen- und Lesbenpartys, sondern ganz generell für das Leben überhaupt". Mit "Falling out of love", dem Song vom Ende einer großen Liebe, ließ es Laurent danach zwar etwas ruhiger angehen, dennoch floss der Schweiß in Strömen und trieb, ehe Laurent sich richtig versah, seine vier TänzerInnen danach eilends zu Restaurationszwecken von der Bühne. Auch Laurent nutzte die dadurch eingetretene Pause, sich mit einem Schluck Wasser zu erfrischen (das hoffentlich etwas kälter war als meine Cola Light, die nach dem sehr gewöhnungsbedürftigen p***warmen Zwischenstadium inzwischen allerdings begann, wieder etwas besser zu schmecken, weil sie beinahe die Temperatur heißen Kaffees erreicht hatte...) und beantwortete zwischendurch die aus dem Publikum gestellte Frage, ob sich die auf seinem Kostüm an markanter Körperstelle angebrachte Kugel auch drehen ließe, zum Bedauern einiger Zuschauer abschlägig: Dies sei nur unter ganz bestimmten Umständen der Fall. Während er sich scherzhaft um den Verbleib seiner "enttranspirierten" TänzerInnen sorgte, musste auch Laurent zugeben, dass die ohnehin große Hitze durch den Saunaeffekt seines silbernen Hemdes noch verstärkt wurde - eine Bemerkung, welche die prompt aus den Zuschauerreihen ertönenden "Ausziehen"-Rufe geradezu herausforderte. Zu diesem Schritt ließ sich Laurent allerdings nicht erweichen, denn er habe sich extra dieses Shirt besorgt, um heute nicht ganz so unanständig auszusehen wie normalerweise, klärte er uns lachend auf. Nun, ich denke, Braunschweig hätte es gerade noch verkraftet.:-) Mittlerweile hatten alle AkteurInnen den Weg auf die Bühne zurückgefunden, aber bevor es mit den karibischen Klängen von "Rhythm at Midnight" weiterging, griff Laurent noch einmal zur Wasserflasche und entschuldigte sich dafür, dass seine Stimme aufgrund eines mit einer Erkältung verbundenen Reizhustens etwas heiser klinge. Natürlich war uns das nicht entgangen, umso anerkennenswerter ist es jedoch, was er aus dieser angekratzten Stimme gesanglich herauszuholen vermochte.

Damit war das Ende des Auftritts aber leider auch schon erreicht, Laurent bedankte sich, wünschte allen noch viel Spaß und entschwand - allerdings nur für kurze Zeit, denn die "Zugabe"-Rufe holten ihn noch einmal auf die Bühne zurück. Kritisch beäugt von Moderatorin Wanda Rumor, die sich noch nicht recht entscheiden konnte, ob Laurents Outfit ihr nicht oder zu gut gefiel, stellte Laurent fest, dass er das Mikro für seine Verhältnisse reichlich hochgeschraubt hatte. Während er sich dadurch an OASIS erinnert fühlte, beruhigte die fürsorgliche Wanda ihn damit, dass für den Fall eventueller Kieferverrenkungen ein Kieferorthopäde vor Ort sei.:-) Dessen Eingreifen war jedoch nicht vonnöten, denn Laurent arrangierte sich mit dem Mikro und konnte nun als endgültigen Abschluss den Song singen, der eigentlich immer sein müsse - und in der Tat immer wieder schön ist: "Don't you worry mama", den er für seine Mama geschrieben und den diese inzwischen auch gehört habe, wie Laurent berichtete. Leider hat er uns nicht verraten, was sie dazu gesagt hat, aber es ist eigentlich unvorstellbar, dass er ihr nicht gefallen hat. Und als Laurent sagte, dies sei auch ein Lied für alle, die immer gesagt bekommen "Aus dir wird sowieso nichts mehr ", fühlten sich, den Reaktionen nach zu urteilen, so einige unter den ZuschauerInnen angesprochen...

Bevor wir uns im Anschluss an Laurents Zugabe langsam auf den Weg hinter die Bühne machen konnten, musste Anke zunächst einmal vor dem drohenden Verdursten gerettet werden. Kaum hatte sie ihr Wasser in Empfang genommen, setzte ein heftiger Platzregen ein, der uns eine ganze Weile unter das Vordach des Getränkestandes fesselte und somit von Laurent fern hielt. Stattdessen wurden wir aber Zeugen eines schönen Naturschauspiels: Als wusste der Wettergott, was dort unten gefeiert wurde, erschien hinterher am Himmel ein farbenfroher Regenbogen, wie man ihn nur selten zu sehen bekommt. Als sich anschließend drei halbnasse Gestalten Richtung Backstage begaben, war Laurent mit dem Koffer in der Hand schon fast abreisefertig. Trotzdem vermittelte er den Eindruck, sich über unser Auftauchen zu freuen und war überhaupt sehr guter Dinge, wozu er nach dem erfolgreichen Auftritt auch allen Grund hatte. Anke hatte ihm etwas mitgebracht, denn vor Kurzem hatte sie ihn auf sein Stimmdouble aus der Langnese-Werbung angesprochen, wobei sich herausgestellt hatte, dass er den Trailer gar nicht kannte. Um diese Bildungslücke zu schließen, überreichte sie ihm eine Diskette mit dem entsprechenden Soundfile. Neben der Überraschung, dass er sich an die Thematik überhaupt noch erinnern konnte, bleibt noch die äußerst spannende Frage, ob seine "latente Computerphobie" das Anhören überhaupt zulässt.:-) Wie gesagt, Laurent war auf dem Sprung und für eine Abarbeitung des Fragenkatalogs blieb keine Zeit, allerdings richteten sich meine Lauscher auf, als ich am Rande mitbekam, wie ein anderer Fan sich nach der Single erkundigte und LD daraufhin irgendetwas von "im Netz vertreiben" sagte. Diesem Hinweis musste natürlich nachgegangen werden, allerdings erst einen Tag später, denn nun war es für Laurent wirklich an der Zeit, sich von uns zu verabschieden. Als er fragte, ob wir anschließend gleich nach Hause fahren oder noch auf die später stattfindende Party gehen würden, erfuhr er, dass er uns schon in 24 Stunden in Saarbrücken wiedersehen würde, woraufhin Laurent uns prompt das Prädikat "hartnäckig" verlieh.*räusper* Tja, wie heißt es doch so schön: Hartnäckigkeit führt zum Ziel. Allerdings trug unser nächstes Ziel nicht den Namen Laurent, sondern MW bzw. Sue, und so nahmen wir dann auch bald Abschied von Kari, schließlich stand uns noch eine mehrstündige Autofahrt bevor, während der wir natürlich auch noch einmal den Tag Revue passieren ließen.

Zurück zur Übersicht
Zurück zur Startseite