Laurent
auf dem CSD in Saarbrücken
29.07.01
© 2001 www.laurent-daniels.de
Nachdem Anke und ich in der Nacht ohne Zwischenfälle von Braunschweig in den Süden Deutschlands gelangt waren und sie mich bei Sue abgesetzt hatte, sollte es am Sonntag um die Mittagszeit zu viert nach Saarbrücken gehen. Ganz ohne Chaos läuft es bei Sue und mir eigentlich nie ab, aber diesmal beschränkte es sich wenigstens nur darauf, dass wir etwas zu spät aus den Federn kamen und, wie es gerade in solchen Fällen immer ist, auf dem Wege von Stuttgart nach Karlsruhe, wo wir uns mit Anke und MW treffen wollten, in einen Stau gerieten, also wesentlich später in KA eintrafen als geplant. Aber dank freier Straßen und den flotten Fahrkünsten MWs verlief die Fahrt ins ca. 150 km entfernte Saarbrücken sehr zügig, so dass wir dort genug Zeit hatten, uns vor Einsetzen des Gedränges die Stände auf dem Tblisser Platz anzusehen, an einem geschützten, schattigen Ort etwas zu essen und uns von dort aus das Eintreffen der Parade anzuschauen. Zu früh wollten wir nicht auf den in der prallen Sonne liegenden Platz zurückkehren, aber dennoch rechtzeitig genug, um uns zu Beginn des Bühnengeschehens einen guten Standort sichern zu können.
Während der Wartezeit bekamen wir Laurent schon einmal zu Gesicht, als er zur Bühne gerufen wurde, um kurz das Erklimmen des für eine Szene der Heumarkt-Story zum Balkon umfunktionierten Lautsprecherturms zu proben. Danach dauerte es dann auch nicht mehr lange, bis das Fest mit den obligatorischen Begrüßungsansprachen eröffnet wurde. (Den Versprecher des Tages leistete sich dabei einer der Redner, als er den CSD mit LSD verwechselte... Ich versichere Euch aber: Wir waren nicht im Drogenrausch!)
Nach diesem offiziellen
Teil ging die Moderation in die bewährten Hände bzw. an das bewährte
Mundwerk von Wanda Rumor über. Wie sie erwähnte, waren die vier Akteure
erst kurz vor Programmbeginn am Ort des Geschehens eingetroffen waren, so dass
nicht alles bis ins kleinste Detail abgesprochen und gecheckt werden konnte.
Dies mag der Grund dafür gewesen sein, dass sie Laurent mit seinem neusten
Werk "No limitation to love" ankündigte. Entgegen dieser Ansage
klang der Song, mit dem LD dann auf die Bühne kam, allerdings verdächtig
nach "Rhythm at midnight".:-) Eines war sofort zu merken: Der Gig
vom Vortag war nicht spurlos an Laurents Stimmbändern vorübergegangen.
Das Ausmaß seiner Heiserkeit wurde jedoch erst richtig deutlich, als er
anschließend das Saarbrücker Publikum begrüßte. Laurent
schien darin
allerdings ein geringeres Problem zu sehen als in dem etwas "muffigen"
Klang, der ihm aus den Monitorboxen entgegenkam. Weil er sich dadurch nicht
richtig hören konnte, bat er die Technik um Abhilfe (nun wusste ich, was
ich am Vortag vermisst hatte *g*). Als zweiten Song hatte Laurent das etwas
ruhigere "Falling out of love" ausgewählt, mit dem es seine Stimme
auch relativ problemlos aufnahm. Lediglich beim allerletzten Ton wollte sie
ihm nicht in die angestrebten Höhen folgen, sondern mutierte zu einem unkontrollierten
Kiekser. Das bedeutete aber keineswegs, dass er beim darauffolgenden "Radio
Sunshine", zu dem er die bereits bekannte Entstehungsgeschichte erzählte,
den Schongang einlegte.
Wie gut Laurent trotz dieses Handicaps dort gesanglich über die Runden kam, hat mich wirklich beeindruckt. Es dürfte für ihn ziemlich anstrengend und dem Genesungsprozess alles andere als förderlich gewesen sein (manch anderer hätte sich wahrscheinlich leidend mit einem Schal um den Hals und diversen Hustenmittelchen auf dem heimischen Balkon verschanzt), zumal die große Hitze auch noch erschwerend hinzukam. Als er nach diesen drei Songs mit einem kurzen "Danke" an das Publikum rasanten Schrittes von der Bühne abging, sah er allerdings aus, als sei er fix und fertig und nicht mehr in der Lage, auch nur noch einen einzigen Ton zu singen. Man traute sich gar nicht so recht, eine Zugabe zu fordern. Allerdings täuschte dieser äußerliche Eindruck wohl ein wenig, denn Anke, die auf der Seite des Bühnenausgangs stand, hörte, wie Laurent Wanda zurief, er habe auch noch eine Zugabe. Aber Wanda, die normalerweise bei ihren Zwischenmoderationen die Zugaberufe der Zuschauer anheizt, hatte dies wohl nicht gehört bzw. war möglicherweise, ebenso wie ich, davon ausgegangen, dass LD seinen Stimmbändern keinen weiteren Song zumuten wollte (aber wer weiß, vielleicht hatte er für diesen Zweck seine neue Lightversion von "No angels" eingeplant, die ja bekanntlich eher stimmschonend ausgelegt ist *g*). So fuhr Wanda gleich im weiteren Programmablauf fort, und wir mussten diesmal auf eine Zugabe von Laurent verzichten, wurden aber von Wanda, Claus Vinçon und Stephan Runge ebenfalls bestens unterhalten. Anke und MW durften sich sogar über einen besonderen Song freuen, den Stephan auf ihre Bitte hin ins Saarbrücker Programm aufgenommen hatte - eine wirklich sehr nette Geste von Stephan an seine Fans.
Nachdem
alle ihre Soloauftritte erfolgreich hinter sich gebracht hatten, war es schließlich
so weit: Das Intro der Heumarkt-Story erklang, und die "Cologne City Halbplayback
Company" trat in Aktion. Wie schon in Ravensburg erwies sich dieses kleine
Musical auch in Saarbrücken als absoluter Höhepunkt des gesamten Programmblocks.
Es wurde vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen und von häufigem
Szenenapplaus begleitet, und Laurent alias Heinz-Dieter schien bei seinen Gesangsparts
auch keine merklichen Probleme zu haben. Mit dem Ende der Heumarkt-Story neigte
sich dann allerdings auch das Köln-Special langsam dem Ende zu. Zwei kleine
Highlights hatten die vier jedoch noch zu bieten: Zunächst stellten sie
wieder einmal ihre Qualitäten als Pop(p)stars unter Beweis. Der Jubel der
Menge bei der Ankündigung von "Gaylight in your eyes" war so
laut, dass sich Wanda aufgrund ihrer einschlägigen Erfahrungen in allergrößter
Sorge um das Gelingen ihres Einsatzes befand.:-) Aber mit Stephans Beistand
und der Unterstützung der folgsamen Zuschauer, die sich mucksmäuschenstill
verhielten, bis die kritische Phase vorüber war, gelang ihr Einsatz
nahezu perfekt. Trotz dieser hunderprozentigen Steigerung im Vergleich zum Ravensburger
Auftritt vor vier Wochen zeigte sich Laurent noch nicht ganz zufrieden mit dem
gesanglichen Zusammenspiel der neuen Chartstürmer und konnte sich am Ende
des Songs die trockene Bemerkung nicht verkneifen, dass die Popstars wohl noch
ein bisschen üben müssten. Keine Sorge, die kleinen Misstönchen
und Textaussetzer waren samt und sonders im Mitgesang des Publikums untergegangen.:-)
Den endgültigen Abschluss bildeten Stephan und Claus, am Ende unterstützt
durch ihre beiden Mitstreiter, mit "Der geilste Arsch der Welt" -
gleichzeitig eine Einladung an alle Anwesenden, im nächsten Jahr bei der
Europride 2002 in Köln dabeizusein.
Hinter der Bühne fanden sich anschließend eine Menge Leute ein, um CDs zu kaufen und/oder sich Autogramme geben zu lassen. Da seinerzeit bei Laurent noch akuter Autogrammkartenmangel herrschte, mussten die Fans sich anderweitig behelfen. So kam beispielsweise auch ein Mädchenarm als Behelfskarte zum Einsatz. (Es wäre interessant zu wissen, wie lange dieser Arm ungewaschen blieb.) Zwischendrin erschien Stephan mit dem Auftrag - ob für Radio, Regional-TV oder einen anderen Zweck, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen -, Laurent zu fragen, ob dieser Zeit und Lust zu einem kurzen Gespräch inkl. Gesangseinlage habe. "Siiingen?" Nein, zu derartigen Aktionen fühlte sich Laurent nicht mehr in der Lage - weder innerlich noch äußerlich, wie er kritisch an sich hinunterblickend bemerkte. Meines Erachtens sah er zwar auch im Heumarkt-Outfit noch relativ gesellschaftsfähig aus, aber für die wartenden Fans war dieser Anflug von Eitelkeit natürlich von Vorteil, denn andernfalls hätte Laurent uns wohl gleich wieder verlassen müssen.
Was ihm im Nachhinein noch ein wenig zu schaffen machte, war der muffige Klang aus den Monitoren :-), denn gleich nachdem wir ihn begrüßt hatten, erkundigte er sich, ob der Sound im Publikum genauso besch...eiden geklungen habe wie auf der Bühne. Das konnten wir aber nicht bestätigen - im Gegenteil war ein besonderes Kompliment fällig, weil er sich stimmlich so wacker geschlagen hatte.
Unsererseits musste dann natürlich erst einmal die NLTL-Netzvertriebsgeschichte geklärt werden. Dass ich mich am Vortag nicht verhört hatte und geplant ist, die CD im Selbstverlag über das Internet zu vertreiben, wisst Ihr ja bereits. Nach dem aktuellen Stand der Dinge soll sie nun in der Weihnachtszeit erscheinen - und wenn uns das Glück ganz besonders hold ist, wird es sich dabei nicht um eine Single, sondern sogar um ein kleines Fanalbum mit mehreren Titel handeln. Die endgültige Entscheidung, ob Single oder Minialbum, ist jedoch bis zum heutigen Zeitpunkt (VÖ dieses Berichts) noch nicht gefallen, so dass noch ein wenig Geduld angesagt ist.
Aus dem neuerlichen Dilemma mit der Plattenfirma, das Ungutes erahnen ließ, resultierte in Saarbrücken eine weitere brennende Frage: Werden überhaupt noch Verhandlungen mit Plattenfirmen geführt, oder war's das jetzt? Laurent redete nicht lange um den heißen Brei herum, allerdings bestätigte seine Antwort die Befürchtungen: Er habe jetzt die Schnauze voll von dem ganzen Theater mit den Plattenfirmen und wolle sich künftig auf die Schauspielerei konzentrieren. "Ich bin zurzeit für die Plattenfirmen eben nicht interessant", lautete seine Erkenntnis. Dem gab's, realistisch betrachtet, nach den bisherigen Erfahrungen leider nichts entgegenzusetzen. Glücklicherweise wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird, denn als Anke ihn einige Wochen später wiedertraf, vermeldete Laurent, er habe gerade gemeinsam mit einem Münchner Produzenten "Falling out of love", das - wäre es nach seinen eigenen Vorstellungen gegangen - eigentlich schon im letzten Jahr anstelle von "No angels" als Single hätte veröffentlicht werden sollen, neu abgemischt, und darüber hinaus bastele man fleißig an einer neuen Ballade. (Vorsichtshalber sei erwähnt, dass sich Anke im Nachhinein nicht mehr hundertprozentig sicher ist, ob es sich bei dem Remix wirklich um "Falling out of love" oder nicht vielleicht doch um "No limitation to love" handelt, es war nämlich ziemlich laut in der Umgebung, als Laurent ihr davon erzählte.) Damit ist das Labelproblem natürlich nicht gelöst, es zeigt aber, dass auch Laurent mit einer gewissen Hartnäckigkeit ausgestattet ist (Unkraut vergeht nicht, würde meine Oma sagen) und die sich ihm bietenden Gelegenheiten, Musik zu machen, auch weiterhin wahrnimmt.
Aber zurück nach Saarbrücken. Neue Livetermine konnte Laurent nicht in Aussicht stellen, und auch in punkto Schauspielerei waren außer der Tatsache, dass er an diversen Castings teilnehme, noch keine spruchreifen Ergebnisse vorzuweisen. Wären allerdings die entsprechenden Verantwortlichen vor Ort gewesen, hätte er jetzt garantiert einen Vertrag für eine Hauptrolle in einer der beliebtesten deutschen TV-Serien in der Tasche, für die er sich in Saarbrücken eindeutig qualifiziert hat, nämlich
Hinter
Gittern
Während wir mit
Laurent sprachen, waren natürlich immer wieder Leute hinzugekommen, aber
dann trat eine Pause ein, die ich wunderbar hätte nutzen können, um
nun zu den (leider nur im Geiste notierten) Fragen der Prioritätsstufe
1b überzugehen - wenn sie mir denn eingefallen wären... Für Anke
als Berlinerin war es besonders interessant zu erfahren, ob Madonna-Fan Laurent
in einem ihrer dortigen Konzerte gewesen ist. Keine Frage, er war - und zwar
gleich zweimal, berichtete er und klang dabei immer noch ziemlich begeistert.
Bald darauf zog sich
Laurent in die VIP-Gemächer zurück. Während wir noch eine Weile
dort standen und uns unterhielten (und ich verzweifelt versuchte, mich auf die
dringenden Fragen zu besinnen), eröffneten sich Anke plötzlich ganz
ungewohnte fotografische Perspektiven: Bei einem Blick durch das Fenster des
Backstagezeltes erspähte sie Laurent beim Ablegen seines Heumarkt-Story-Kostüms.
Als Profifotografin hat frau die Kamera natürlich stets im Anschlag ...
aber Ankes angestrebte Karriere als Paparazza endete bereits, bevor sie überhaupt
richtig begonnen hatte, denn aus dem Zelt erschallte Protest: "Hey, das
geht jetzt aber ein bisschen zu weit!" Ertappt! :-) Als erzürnt kann
man Laurents Tonfall allerdings nicht bezeichnen. Wahrscheinlich ist auch ihm
klar: Wer für die Paparazzi interessant ist, hat es geschafft und ist ein
Star (oder heißt Jenny Elvers). Welch edle Unterwäsche
Laurent bevorzugt, bleibt nun allerdings vor den Augen der Weltöffentlichkeit
weiterhin verborgen. Was wir übrigens nicht bemerkt hatten, war die Tatsache,
dass ein anderer aufmerksamer Fotograf dieses Szenario
ebenfalls aufs Korn genommen hatte, und zwar aus einer anderen Perspektive.
Daher war meine Überraschung groß, als ich ein paar Tage später
in einer CSD-Galerie drei mir nicht ganz
unbekannte Grazien entdeckte
(beim Spannen erwischt, wie MW es so schön ausdrückte),
deren Bildnis man von dort als E-Card in die Welt hinausschicken konnte. Na,
DAS geht jetzt aber wirklich ein bisschen zu weit!:-) Bevor wir uns langsam
auf den Heimweg machten, konnten wir uns zu meiner großen Erleichterung
schon einmal vergewissern, dass die mit der Digicam geschossenen Fotos gelungen
waren. Laurent mischte sich derweil ins Festplatzgeschehen. Kaum war er unseren
Blicken entschwunden, fiel mir eine der höchst dringenden Fragen wieder
ein... Das Schicksal meinte es jedoch gut, denn bei einer Abschiedsrunde um
den Platz entdeckten wir Laurent in der Menge, so dass ich ihn noch schnell
zu einer seiner "ollen Kamellen" befragen konnte, die im TV zur Wiederholung
anstand. Erfreulicherweise erwies sich sein Langzeitgedächtnis dabei als
ausreichend funktionstüchtig, und die Wiederholung ließ dann auch
nicht mehr lange auf sich warten. Danach war es aber wirklich Zeit, uns von
LD zu verabschieden, denn ein bisschen Fahrt hatten wir ja noch vor uns, und
am nächsten Tag ging für einen Teil von uns der Arbeitsalltag wieder
los.