Das Berlin-Abenteuer
Kapitel 1 - Ufa-Fabrik, 12.06.99

Am 12.06. trafen meine Freundin Karina und ich uns um ein ganz besonderes "Abenteuerwochenende" zu starten. Wir wollten nach Berlin fahren, um dieses Wochenende mit "unserem" Star zu verbringen.

Durch intensive Nachforschungen hatten wir herausgefunden, daß Laurent an gerade diesem Wochenende zweimal in Berlin live zu erleben sein würde. Nach dem Kurz-Gig bei der sogenannten "Nacht der Nächte" in Hannover hatte es zwar auch nur 2 Songs gegeben, aber das war uns ziemlich egal. An diesem Wochenende sollten es mindestens 2 x 2 Songs werden. Und auch wenn Berlin nicht gerade vor Hannovers Haustür liegt bin ich gern verrückter Fan genug um mich davon nicht abhalten zu lassen. Und wer weiß...????

Nach dem erwähnten kurzen Gastspiel in Hannover im April war ich eigentlich noch versessener darauf, Laurent live zu erleben. Denn daß er singen kann, ist auf der CD ja deutlich genug zu hören (wenn man denn will). Die Umstände können ja schließlich nicht immer so haarsträubend sein wie in Hannover! (Der Gig in Hannover fand nämlich leider in einem umgebauten Autohaus statt. Das ergab zum einen die gemütliche Atmosphäre einer Bahnhofshalle zur Rush-hour, zum anderen eine ebensolche Akustik! Es war dort mit Sicherheit unmöglich, einen vernünftigen Sound hinzukriegen. Also haben sämtliche auftretenden Künstler Vollplayback gesungen.)

Und so habe ich dann - A2-Staus hin oder her - Karina eingepackt und los!

Nun, Wetter und Verkehrslage hatten ein Einsehen mit 2 verrückten Fans und 2 1/2 Stunden später (und somit viel zu früh) waren wir in Berlin. Dank eines geliehenen Stadtplans waren wir dann auch viel zu früh auf dem Gelände der Ufa-Fabrik und bekamen gerade noch den letzten Parkplatz. Das muß Vorsehung gewesen sein...

Auf diese Weise blieb uns die Zeit, uns noch gemütlich die Örtlichkeiten anzusehen und besonders die wenigen, aber interessanten Plakate im regnerischen Berlin zu bewundern. Zunächst fanden wir es etwas seltsam, daß Laurent zwar erwähnt wurde auf dem Plakat jedoch (man möge den Außerstädtischen verzeihen) nur unbekannte Gesichter zu sehen waren. Erst auf den 2. Blick waren wir in der Lage, den jungen Mann in der Mitte als Laurent zu identifizieren. Mir ist zwar nicht ganz klar, in welchen abgründigen Fotoarchiven, aber man hat doch tatsächlich ein Foto von Laurent mit langen Haaren (ist das nicht schon 'ne Weile her????) ausgraben können. Ich fing eigentlich interessehalber fast an zu hoffen, daß die Songs des Abends genauso alt seien wie das Foto!

Wie dem auch immer sei, wir vertrieben uns die verbleibende Zeit bis zum Abholen der bestellten Karten mit einem Imbiß, als wir eine uns wohlbekannte Stimme vernahmen. Das ist doch! SOUNDCHECK!!!!!!!!!!!!

Und als zwar der Gesang, aber nicht die Musik plötzlich verstummte waren wir sicher. Hurra es ist Laurent! Und er singt live!!!!! Er ist wirklich da!!!! (Daß hier nun tatsächlich ein ordentlicher Soundcheck stattfand, hat uns hoffen lassen, aber die Ufa-Fabrik ist ja auch kein Autohaus!)

Aber noch nicht genug der Überraschungen, während wir da in der Gegend herumstanden und auf die Öffnung der Abendkasse warteten, spazierte doch plötzlich eine uns wohlbekannte Gestalt an uns vorbei.

Es ist schon seltsam, was man doch für dumme Gesichter machen kann! Meines war mit Sicherheit nicht weniger sehenswert als das von Karina!!! Das war doch Laurent!!! Hinterher??? Hinterher!!!!!!!

Es dauerte ungefähr 500 m Verfolgung, bis Karina sich ein Herz faßte und Laurent ansprach. Und statt uns mit irgendetwas gerade Greifbarem zu erschlagen oder zumindest damit nach uns zu werfen, ließ dieser dann nun auch noch ganz ruhig mit sich reden. Nun, ich mache selbst hin und wieder - wenn auch lange nicht so professionell - Musik, und ich weiß, wie ungenießbar manche Künstler vor einem Gig sein können. Also die Nervenstärke möchte ich haben! (Danke für die Geduld Laurent.)

Das von Karina gezeichnete Bild hat er dann auch gleich an Ort und Stelle im wieder einsetzenden Regen unterzeichnet und sogar bemerkt, daß er ein ähnliches bereits selbst hat. Ja richtig, Hannover!!! Die Aussage, daß wir aus Hannover wären, veranlaßte Laurent zu der Hoffnung (?!?) "Doch wohl nicht nur meinetwegen?" Leider mußten wir ihn enttäuschen (??): "Doch Laurent, nur deinetwegen!!" Diese Versicherung unsererseits schien den sonst so ruhigen Laurent dann doch etwas aus der Fassung zu bringen. Sie bewegte ihn immerhin zu einem Ausspruch der sich irgendwo zwischen "Mein Gott, echte Hardcore-Fans!" und "Mein Gott, meine ersten Hardcore-Fans!!" bewegte. Genau vermag ich das leider nicht mehr zu sagen. An dieser Stelle ist meine Erinnerung leider doch etwas getrübt. Auch seine Ankündigung, er hätte neue Autogrammkarten dabei, konnte uns dagegen nicht aus der Ruhe bringen. (Die mit dem "I'm At Peace"-Motiv? Oh Laurent, die hast Du uns bereits geschickt...) An ungefähr dieser Stelle trieb der Regen die Parteien dann auch auseinander. Und egal, 2 Songs oder 20, vor einem Auftritt möchte man eben auch gern noch ein bißchen Ruhe haben. Sie sei ihm gegönnt!

Hatten wir vorher noch die Dame an der Kasse gefragt, wann denn wohl Laurent Daniels ungefähr seinen Auftritt hätte, konnten wir jetzt beim Abholen der Karten Ihrer freundlichen Nachfrage bei einem Kollegen zuvorkommen und ihr mitteilen, daß er wohl gegen 20.00 Uhr an der Reihe sei. Woher wir wüßten??? Nun wir haben ihn selbst gefragt!

Wir schafften es dann, bei allem Gedränge einen Platz in der 2. Reihe, vor der Mitte der Bühne, zu ergattern, der uns dann auch noch - wie man sehen kann - tolle Fotos bescherte.

Nun, die anderen Acts des Abends lasse ich aus gegebenem Anlaß unerwähnt. Als jedoch Laurent die Bühne betrat, wurde jedoch allen um uns herum klar, warum WIR dort waren. Und nicht genug der Freude darüber, daß es diesmal dank Akustik und Soundcheck auch vernünftig klang! Nein, wir durften uns auch noch über ganze 4 (!!!!!!) Songs freuen! Als da wären: "Show Me", "I'm At Peace", "All Said And Done" und "Crazy Love". Und es mag ja sein, daß ich mir das nur einbilde, aber ich glaube, wenn ich seine Blicke und sein Schmunzeln richtig deute, bei "Crazy Love" hat Laurent diesmal auch ein klein wenig an uns beide gedacht! Besonders gefreut haben Karina und ich uns natürlich über "Crazy Love", weil es unser beider Lieblings-Song auf dem Album ist.

Einige erstaunte Gesichter gab es dann noch als man bemerkte, daß ich die Songtexte von "Philips" (!!!) Liedern auswendig konnte. Was mich zu dem Hinweis veranlaßte, daß derjenige auf der Bühne Laurent Daniels und nicht Philip Krüger heiße! Und kaum waren die letzten Töne verklungen, waren Karina und ich auch schon aus den Reihen verschwunden.

Man fand uns wenige Minuten später vor dem Bühneneingang wieder, wo wir geduldig zu warten beschlossen hatten. Der dortige Ordner konnte damit wohl wenig anfangen, jedenfalls schlich er immer wieder mißtrauisch um uns herum. Aber auch nach einem Auftritt sei dem Künstler eine Ruhepause gegönnt, solange sie nicht zuuuu lange dauert!

Naja, Fans sind eben halt auch nur Menschen, und irgendwann gaben wir dann der Versuchung nach und baten den Ordner um Botendienste. (An dieser Stelle ganz herzlichen Dank!!!)

Kurz nach erfolgter Meldung, daß wir nun doch ungeduldig geworden seien, und Karinas Aufbruch, um uns getränketechnisch zu versorgen, trat dann auch prompt und derzeit unerwartet der Hauptdarsteller dieses Wochenendes auf den Plan. Gott (oder Laurent) sei Dank faßte sich nun Laurent in Geduld (Karina hätte mich sonst wohl gemordet...) und wartete mit mir auf Karinas Rückkehr. Wobei ich die Gelegenheit natürlich nicht ungenutzt verstreichen ließ, ihn noch ein wenig mit Fragen zu löchern und ihn zu einigen weiteren Autogrammen zu bewegen. Besonders faszinierend fand ich Laurents Aussage, er habe schon nach uns suchen lassen wollen (Keine Sorge Laurent, wir finden dich!), und dann hatte er auch noch die Überraschung des Jahrhunderts für uns. (Also die Promotion-Ausgabe der erst am folgenden Montag erscheinenden Single mit Autogramm, war schon eine tolle Sache!) Und irgendwann gesellte sich dann auch Karina, augenscheinlich etwas überrascht ob der trauten Zweisamkeit, wieder zu uns.

Also wir, oder besser: ich.... (ich rede in einem solchen Fall sowieso immer wie ein Wasserfall und manchmal dann auch lauter dummes Zeug....) konnte dann nicht umhin zu erzählen, daß er am morgigen Sonntag schon wieder das zweifelhafte Vergnügen unserer Anwesenheit haben würde, weil wir - falls wir es finden sollten - auch im Europacenter sein wollten. Das veranlaßte Laurent zu einer kurzen Wegbeschreibung und der Nachfrage, ob unser Hotel denn in der Nähe sei. Dies konnten wir guten Gewissens bejahen. Es stünde klein und rot auf 4 Rädern auf dem hiesigen Parkplatz. Das trieb Laurent dann wohl das zweite Mal fast zur Verzweiflung! Allerdings konnten wir aufgrund seiner Empfehlung dem morgendlichen Besuch einer wohlbekannten Imbißkette entgehen und ein ordentliches Frühstück zu uns nehmen.

SUNNY

Ein paar Monate später haben Sunny und Kari (Letztere inzwischen allerdings ausgeschieden) den Laurent-Daniels-Fanclub gegründet, in dessen Clubzeitung Ihr weitere Auftrittsberichte der reiselustigen Fans lesen könnt.

 

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